Nicht jedes glänzende Stück ist Gold. Hier erfährst du welche Tests zuverlässig sind, welche nicht - und warum der Händler-Säuretest der Goldstandard ist.
Kurz & ehrlich: Die zwei schnellsten Tests: Stempel suchen (333/585/750/999) und Magnettest. Der sicherste Test ist der Säuretest beim Händler - kostenlos, dauert 30 Sekunden. Hausmittel wie Essig oder Bleichmittel sind unzuverlässig und können Schmuck beschädigen. Für exakte Messung: XRF-Analyse beim Goldankäufer.
Der zuverlässigste erste Test: Suche am Schmuckstück nach dem Feingehalt-Stempel. In Deutschland sind das: 333 (8 Karat), 585 (14 Karat), 750 (18 Karat), 875 (21 Karat), 999 (24 Karat / Feingold). Der Stempel befindet sich meist am Verschluss, innen am Ring oder auf der Unterseite einer Anhänger-Fassung. Bei Barren auf der Vorderseite. Kein Stempel = kein Nachweis, aber kein Beweis für unechtes Gold.
Gold ist nicht magnetisch. Halte einen starken Magneten (Neodym) an das Stück. Reagiert es stark, ist es kein Gold. Achtung: Ein nicht-magnetisches Stück beweist noch kein Gold - viele Metalle sind nicht magnetisch (Kupfer, Messing, Aluminium). Der Magnettest schließt nur aus, schließt nicht ein.
Streiche das Goldstück über eine unglasierte Keramikfliese oder die Rückseite einer Fliese. Echter Gold hinterlässt einen goldenen Strich. Ein schwarzer oder dunkler Strich deutet auf Pyrit ("Katzengold") hin. Achtung: Dieser Test kann Kratzer auf weichen Goldstücken hinterlassen - nur bei Altgold anwenden, nicht bei wertvollem Schmuck.
Gold ist extrem dicht - 19,3 g/cm³ (fast doppelt so schwer wie Blei). Ein echter Goldbarren fühlt sich "überraschend schwer" an. Mit einer Präzisionswaage und einem Wasserglas (Archimedisches Prinzip) kann man die Dichte berechnen. Für Laien schwer durchzuführen, aber bei Barren ein guter Plausibilitätscheck.
Der sicherste Test für Schmuck: Ein Händler trägt Prüfsäure (Salpetersäure-Mischung) auf das Goldstück auf. Echter Gold reagiert kaum - Fälschungen verfärben sich grün oder braun. Der Test dauert 30 Sekunden und ist bei seriösen Goldankäufern kostenlos. Für präzise Messung: XRF-Analyse (Röntgenfluoreszenz) - zerstörungsfrei, auf 0,1% genau.
Der sicherste Test ist der Säuretest - kostet beim Goldankäufer nichts und dauert 30 Sekunden. Alle Hausmittel-Tests (Essig, Bleichmittel, Zahnpasta) sind unzuverlässig und können den Schmuck beschädigen. Bring das Stück einfach zum Händler - das ist schneller und sicherer als alles was du zuhause tun kannst.
Zuverlässig: Stempel suchen (333, 585, 750, 999) + Magnettest. Diese zwei Tests schließen die häufigsten Fälschungen aus. Für Gewissheit: Säuretest beim Händler (kostenlos) oder XRF-Analyse.
Älterer Schmuck (vor 1886) und internationaler Schmuck haben oft keinen deutschen Stempel. Das bedeutet nicht automatisch, dass es kein Gold ist. Ein Säuretest beim Händler klärt es eindeutig. Schmuck ohne Stempel wird oft als "unbekannte Legierung" eingestuft - Händler bieten dann erst nach dem Test einen Preis.
Nein - diese Hausmitteltests sind unzuverlässig und können den Schmuck beschädigen. Bleichmittel (Chlor) reagiert mit Legierungsmetallen und kann Verfärbungen erzeugen, die nichts über den Goldgehalt aussagen. Der Säuretest beim Händler ist zuverlässig, schnell und kostenlos.
XRF (Röntgenfluoreszenz) ist ein zerstörungsfreier Test der den genauen Goldgehalt auf 0,1% genau misst. Scheideanstalten und große Goldankäufer haben XRF-Geräte. Kosten: 10-30 EUR oder kostenlos beim Ankauf. Lohnt sich bei wertvolleren Stücken ohne Stempel.
Vergoldeter Schmuck (Gold-filled, Gold-plated) enthält nur eine dünne Goldschicht - der Goldwert ist vernachlässigbar (unter 0,01g bei typischem Schmuck). Erkennbar am Stempel: GP (Gold-Plated), GF (Gold-Filled), Doublé, oder Ziffern wie 1/20 14K GF. Kein seriöser Händler zahlt mehr als Schrottwert dafür.
Stempel gefunden? Berechne den genauen Wert im Rechner.